Vogelperspektive auf die Halde Adolf.
Stadt Herzogenrath

In der Region Aachen wird selbst angepackt: Die Klima-Region Aachen im Kurzporträt

Die Klima-Region Aachen ist neues Mitglied im Gigawattpakt. Mit ihrer Mission "Gemeinsam fürs Gemeinwohl" gestalten sie die Energieversorgung in ihrer Heimatregion aktiv mit. Die Projekte der Genossenschaft sind als langfristige Investionen gedacht und sollen auf ein Ziel einzahlen: Die Region, Schritt für Schritt in Richtung CO₂-Neutralität zu entwickeln. Beteiligen können sich neben Bürgerinnen und Bürger auch Handwerksbetriebe und Unternehmen.

Was ist die Klima-Region Aachen?

Die Klima-Region Aachen ist eine regionale Genossenschaft, in der sich Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Institutionen und Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik gemeinsam für mehr Klimaschutz engagieren. Ihr Ziel ist es, nicht vermeidbare Umweltauswirkungen – insbesondere CO₂-Emissionen – dauerhaft zu reduzieren.

Bislang hat die Genossenschaft sechs Projekte realisiert und dafür rund 115.000 Euro investiert.

Wie ist die Genossenschaft aufgestellt?

Im September 2026 stützt sich die Klima-Region Aachen auf das Engagement von 84 Mitglieder, neben Bürgerinnen und Bürgern aus der Region Aachen auch die Stadt Aachen, die StädteRegion Aachen, die Stiftung Nachhaltigkeit Eschweiler, die EWV Energie- und Wasserversorgung GmbH und die STAWAG - Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG.

Welche Projekte sind aktuell geplant?

1. BürgerEnergieHub an der Rottstraße in Aachen

An der Rottstraße in Aachen plant und initiiert die Klima-Region Aachen einen BürgerEnergieHub. Vorgesehen sind eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 300 kWp, ein Batteriespeicher, mehrere Wärmepumpen sowie zwischen 20 und 40 Ladepunkte für die Fahrzeuge der dort Beschäftigten.

2. Halde Adolf in Herzogenrath

Die Klima-Region Aachen plant ab Anfang 2027 die Halde Adolf in Herzogenrath ökologisch aufzuwerten. Dabei sollen auf einer Fläche von rund 60 Hektar wertvolle Biotope über die nächsten 30 Jahre erhalten und gestärkt werden, um Lebensräume für gefährdete Arten wie zum Beispiel für die Blauflügelige Ödlandschrecke zu sichern. Alle Maßnahmen basieren auf der ökologischen Kartierung der Halde, die in letzten zwei Jahren durchgeführt wurden. Die Wirkungen werden über den gesamten Zeitraum regelmäßig überprüft und wenn nötig angepasst. Geplant sind unter anderem die Beweidung der Offenlandflächen, die Waldpflege zur Anpassung an den Klimawandel sowie die Instandhaltung bestehender und die Schaffung neuer Amphibiengewässer. Begleitet wird das Projekt durch Umweltbildung unter anderem durch eine Green School auf der Halde, von der aus Kinder und Jugendliche die Natur auf der Halde erkunden können. Finanziert wird dieses Projekt von regionalen Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger, die ihre Umweltwirkungen ausgleichen wollen und die ihre Wirksamkeit in der Region erlebbar machen wollen.

3. Freiflächen-Photovoltaik mit ökologischem Mehrwert

Ab September will die Klima-Region Aachen in die Verhandlungen über ein rund zehn Hektar großes Freiflächen-Solarprojekt einsteigen. Wie bei der Halde Adolf soll auch hier die ökologische Aufwertung von Anfang an mitgedacht werden. Das Projekt soll zeigen, dass gut geplante Freiflächen-Photovoltaik nicht nur zur Energiewende beitragen, sondern zugleich einen ökologischen Mehrwert schaffen kann.

4. Nahwärme aus Grubenwärme

Ab Januar startet die Klima-Region Aachen gemeinsam mit dem Fraunhofer IEG eine Machbarkeitsstudie für eine Nahwärmeversorgung im Herzogenrather Stadtteil Merkstein, südlich der Halde Adolf. Ziel ist ein Masterplan, mit dem schrittweise jeweils rund 100 Wohneinheiten an ein genossenschaftlich finanziertes Nahwärmenetz angeschlossen werden können. In der Endausbaustufe wäre eine Versorgung von bis zu 1.200 Wohneinheiten denkbar.

Damit möchte die Klima-Region Aachen zeigen, wie Grubenwärme auch in anderen bergbaulich geprägten Regionen genutzt werden könnte – und so eine übertragbare Lösung für die Wärmewende entwickeln.