Mönchengladbach im Ranking weit oben
Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) hat eine Auswertung zum Solar-Ausbau im ersten Halbjahr 2025 veröffentlicht. Unter den größeren kreisfreien Städten liegen zwei Kommunen des Rheinischen Reviers vorne: Aachen und Mönchengladbach. Im Fall Mönchengladbach ist in einer regionalen Zeitung die Rede von einem „Solar-Boom“. Und tatsächlich: Die Stadt schreitet voran.
Rund 1200 neue Anlagen wurden im ersten Halbjahr 2025 installiert. Leistung: Fast 20 Megawatt. Im LEE-Ranking der größeren kreisfreien NRW-Städte liegt Mönchengladbach damit auf Platz 2 – hinter Aachen und vor Köln. „Energiewende funktioniert nur, wenn alle mitziehen“, findet Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach. „Die erfreulichen Ausbau-Zahlen zeigen, dass sich in Mönchengladbach auch die Privaten ins Zeug legen. Mit Beratungsangeboten unseres Fachbereichs Umwelt unterstützen wir diese Entwicklung.“
Über dem Soll
Auch die Deutsche Umwelthilfe bewertet den Fortschritt in Mönchengladbach positiv. Den deutschlandweiten Mehrbedarf an Solarenergie hat sie auf die Flächenanteile der Kommunen heruntergerechnet. Daraus ergab sich für Mönchengladbach ein Soll von jährlichen 17 Megawatt-Peak. Mit durchschnittlichen 19 Megawatt-Peak in den vergangenen zwei Jahren hat die Stadt diese Messlatte übertroffen.
Dass die Stadtverwaltung dabei selbst voranschreiten und den Ausbau auf städtischen Gebäuden beschleunigen will, zeigte sich spätestens 2024. Ende des Jahres erhielt die Stadt 15 Zuwendungsbescheide des Landes für Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäuden. Knapp 3 Millionen Euro ermöglichen die Installationen von Anlagen auf 12 Schulen, zwei Feuerwachen und einer Kita. Der erzeugte Strom fließt vor allem direkt in die Gebäude selbst.
„Schon am ersten Tag, nachdem die neue Fördermöglichkeit durch den Gigawattpakt bekannt wurde, haben wir uns mit dem Gebäudemanagement hingesetzt und geeignete Gebäude identifiziert“, erinnert sich Schwan-Schmitz. „Da wir uns in Mönchengladbach schon zuvor intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, konnten wir sofort loslegen, Anträge stellen und planen.“ Die erste Umsetzung startet voraussichtlich noch Ende 2025.
Herzogenrath setzt aufs Rathausdach
Mit einer neuen Photovoltaik-Anlage machte diesen Sommer eine weitere Kommune des Rheinischen Reviers Schlagzeilen: Die Stadt Herzogenrath installierte eine PV-Anlage auf dem Dach des Rathauses. Ermöglicht haben dies – genauso wie im Falle von Mönchengladbach – Fördermittel, die das Land NRW im Rahmen des Gigawattpakts zur Verfügung stellt. Mit der Inbetriebnahme im Juli ist die Anlage auf dem Rathaus in Herzogenrath einer der ersten Fälle überhaupt, bei dem ein kommunales Gebäude mit Hilfe dieses Förderprogramms realisiert wurde. „Eine PV-Anlage auf dem Rathaus ist nicht nur nützlich und sinnvoll – sie hat auch Symbolcharakter“, findet Franz-Josef Türck-Hövener, technischer Beigeordneter der Stadt.
Klimaschutz trifft auf Wirtschaftlichkeit
Für Herzogenrath ist das Thema Photovoltaik kein Neuland. Auf dem Gelände der Nivelsteiner Sandwerke befindet sich der mit einer Höchstleistung von etwa 14 Megawatt. Ganz so viel Leistung gibt die Dachfläche des Rathauses nicht her. Dennoch: Knapp 100 Kilowatt Peak können die dort verbauten Module erzeugen – in etwa so viel wie 35 Einfamilienhäuser jährlich verbrauchen würden. Statt diesen zu verteilen werden aber rund 80 Prozent des Stroms direkt im Rathaus verbraucht, was das Stromnetz entlastet. Ein leistungsstarker Batteriespeicher mit einer Kapazität von 95 Kilowattstunden ermöglicht es, das Rathaus auch dann zu versorgen, wenn die Sonne nicht scheint. „Das spart uns Kosten von ungefähr 23.000 Euro im Jahr“, so Türck-Hövener.
Diesen Weg möchte die Stadtverwaltung weitergehen. Durch die Nutzung der Fördermittel des Gigawattpakts sollen weitere städtische Gebäude, wie Schulen, Kitas oder der Bauhof, mit PV-Anlagen bebaut werden. Das verbessert die CO2-Bilanz und soll fast 300.000 Euro an Stromkosten sparen.
Der Gigawattpakt als Schlüssel zur Veränderung
Der Gigawattpakt fördert den Ausbau von Erneuerbaren Energien im Rheinischen Revier. Er ist ein Zusammenschluss der NRW-Landesregierung mit Landkreisen, Kommunen und Unternehmen der Region. Mit der Hilfe von insgesamt 14,8 Milliarden Euro von Bund und Land soll die Kapazität zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bis 2028 auf mindestens 5 Gigawatt ausgebaut werden. Damit ist der Pakt ein Schlüsselprojekt des Strukturwandels in der Region.





