Rekultivierung als Chance für nachhaltige Energiegewinnung
Wo früher in 200 Metern Tiefe Braunkohle abgebaut wurde, erstreckt sich heute eine weitläufige Landschaft aus Äckern, Feldern und Wiesen. Es sind von RWE rekultivierte Flächen, die zunehmend auch für nachhaltige Energiegewinnung genutzt werden. Das liegt einerseits im Interesse des Energieunternehmens selbst, das sich so zukunftsfähig aufstellt und eigenen Mitarbeitenden langfristige Perspektiven bietet. Zum anderen können sich die Kommunen eigene Kapazitäten zur klimafreundlichen Stromerzeugung aufbauen und davon auch wirtschaftlich profitieren. Die Pläne von RWE stoßen bei den Kommunen daher auf großes Interesse. „Wir sind im engen Austausch mit den Kommunen zu unseren Wind- und Solarprojekten“, erklärt Jens Edler-Krupp, bei RWE verantwortlich für die Entwicklung von Windparks an Land. „Wir profitieren von direktem Feedback und konstruktiven Anregungen. Damit machen wir sehr gute Erfahrungen.“
Solarenergie im Tagebau Hambach
Ein Beispiel für die Zusammenarbeit: 2024 gründete RWE mit der NEULAND HAMBACH GmbH – ein Zusammenschluss der Anrainerkommunen Elsdorf, Jülich, Kerpen, Merzenich, Niederzier und Titz – eine gemeinsame Projektgesellschaft. Über diese betreiben die Partner drei große Solaranlagen und einen Batteriespeicher im Tagebau Hambach. Die neueste davon – eine Anlage bei Niederzier – ging im Sommer 2025 in Betrieb. Zusammen liefern die Solaranlagen in der Spitze eine Leistung von 61 Megawatt. Das reicht, um rechnerisch circa 19.000 Haushalte pro Jahr mit Ökostrom zu versorgen. Der Batteriespeicher mit einer Kapazität von acht Megawattstunden hilft, die Stromeinspeisung noch besser an den Bedarf anzupassen.
Windenergie im Revier
Auch im Bereich der Windkraft arbeiten RWE und regionale Partner zusammen. Nahe der Autobahn 44n befindet sich ein Kooperationswindpark aus sechs Windenergieanlagen auf ehemaligen Flächen des Tagebaus Garzweiler. RWE, NEW und die Gemeinde Jüchen sind beteiligt. Der Standort ist ideal. Er liegt mitten in der elektrischen Versorgungsinfrastruktur des Reviers. Die nächste Wohnbebauung ist mehr als 2,5 Kilometer entfernt. „Die Energiewende findet Akzeptanz, wenn Menschen mitgestalten und von den Projekten profitieren“, so Jens Edler-Krupp. Die Gemeinde profitiert nicht nur von Einnahmen aus der direkten Beteiligung, sondern auch von Zahlungen nach §6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Für diesen Windpark sind das mehr als 150.000 Euro pro Jahr. Damit kann die Standortgemeinde verschiedene kommunale Projekte und Leistungen für ihre Bürgerinnen und Bürger finanzieren. Weitere Beispiele sind die Windparks, die RWE gemeinsam mit der Stadt Bedburg betreibt. Auch hier ist die Stadt direkt beteiligt.
Perspektiven für die Region
Mit diesen und vielen weiteren Maßnahmen wird die Energie-Geschichte des Rheinische Reviers fortgeschrieben. Markus Kosma, Leiter Entwicklung Braunkohle, blickt positiv in die Zukunft: „RWE bleibt der Region in vielerlei Hinsicht verbunden. Wir beenden den Betrieb der Tagebaue verantwortungsvoll, rekultivieren hochwertig und lassen drei große Seen entstehen – neue Landschaften mit Freizeitwert- und wirtschaftlichem Potenzial. Zugleich bauen wir Windenergie, Photovoltaik und moderne Batteriespeichersysteme aus, und schaffen gemeinsam mit dem Land, den Kommunen und Kreisen die Voraussetzungen, dass an unseren Standorten neue Gewerbe- und Industrieareale und Arbeitsplätze entwickelt werden können.“
RWE plant die Gestaltung der heutigen Betriebsflächen gemeinsam mit den Kommunen. Das Unternehmen unterstützt auch die Planung der Umfelder der künftigen Tagebauseen Inden, Hambach und Garzweiler – in Fragen des Natur- und Artenschutzes, der Infrastruktur und eben auch der Stromerzeugung. Die Anrainerkommunen der Tagebaue haben sich für diese Zukunftsaufgabe in Tagebauumfeldinitiativen zusammengeschlossen: Neben der Neuland Hambach sind dies der Zweckverband Landfolge Garzweiler sowie die indeland GmbH. In Kooperation mit RWE haben diese Gesellschaften vielfältige Perspektiven für die Tagebauflächen entwickelt. Hier spielen auch Themen wie Floating- und Agri-PV eine Rolle. Bis die geplanten Seen ihre finalen Füllstände erreicht haben, werden die Tagebauränder für PV-Anlagen genutzt. Thomas Drabik, bei RWE verantwortlich für die Entwicklung von Solarprojekten in der Region, weiß: „Wir sind noch lange nicht am Ende der Planungen. Und wir freuen uns diesen spannenden Prozess gemeinsam mit den Kommunen fortführen zu können.“
Gigawattpakt: Gemeinsam in eine klimaneutrale Zukunft
Für den Gigawattpakt ist RWE ein zentraler Akteur. Das Land NRW, Kommunen und Energieversorger haben sich zum Ziel gesetzt, die Erneuerbaren Energien im Rheinischen Revier auszubauen und die Region nachhaltig zu transformieren. So bleibt das Rheinische Revier ein wichtiger Energiestandort – klimaneutral und zukunftsfähig.






