Freiflächen-Photovoltaik versorgt Eisenwerk Brühl mit grünem Strom

Im Sommer 2026 nahm das Eisenwerk Brühl erfolgreich eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 7,1 MWp in Betrieb. Die auf angrenzenden Freiflächen und ungenutzten Parkplatzflächen errichtete Anlage stellt eine zuverlässige Stromquelle dar und bietet eine langfristig günstige Stromversorgung für das Industrieunternehmen. Bei der Umsetzung der eigenen Energie- und Nachhaltigkeitsstrategie ist sie eine zentrale Maßnahme, die ein Beispiel für weitere Industrieunternehmen im Rheinischen Revier sein kann.

 

„Das Eisenwerk Brühl zeigt erfolgreich, wie die Industrie im Rheinischen Revier von den Kostenvorteilen der Solarenergie profitieren kann“, Adrian Theyhsen und Niklas Hausemann, NRW.Energy4Climate GmbH

Kostenvorteile durch Eigenverbrauch

Industrieunternehmen, die auf Strom aus Erneuerbaren Energien setzen, profitieren von vielen Vorteilen gegenüber dem Strombezug aus dem öffentlichen Netz. Besonders attraktiv ist dabei der Eigenverbrauch des Stroms aus eigenen Anlagen, die sich auf oder in unmittelbarer Nähe des Unternehmensstandorts befinden und durch eine Direktleitung verbunden werden können.

Für ein energieintensives Industrieunternehmen wie das Eisenwerk Brühl ist der Strombezug ein großer Kostenfaktor. Daher ist die Photovoltaikanlage eine Investition in Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit. Sie ist ein wichtiger Baustein, um den benötigten Energiebezug nachhaltiger, wirtschaftlicher und vor allem kostengünstiger zu gestalten. 

Der wesentliche wirtschaftliche Vorteil entsteht durch die Nutzung des Stroms am Standort. Durch die direkte elektrische Anbindung der Photovoltaikanlage an das Eisenwerk können der Strombezug aus dem öffentlichen Stromnetz und damit verbundene Netzentgelte gespart werden. 

Die Investition betrug rund 4,5 Millionen Euro, wobei etwa ein Zehntel der Kosten durch Fördermittel aus dem Landesprogramm progres.nrw finanziert werden konnte. Durch die eigene Stromerzeugung macht sich das Unternehmen unabhängiger von Preisentwicklungen am Strommarkt. Derzeit geht es von einer hohen Wirtschaftlichkeit und einer attraktiven Amortisationszeit von nur wenigen Jahren aus.

Auf die Bedarfe optimierte Technik

Die Photovoltaikanlage wurde technisch so konzipiert, dass sie optimal zum Strombedarf des Eisenwerks passt. Ein Teil der Anlage ist nach Süden ausgerichtet, während der andere Teil der Anlage mit Ost-West-Ausrichtung gebaut worden ist. Bei der Planung hat man sich bewusst für eine Kombination verschiedener Ausrichtungen entschieden. Die Südausrichtung ermöglicht eine hohe Stromproduktion über den Tag, während die Ost-/West-Ausrichtung die Erzeugung gleichmäßiger über den Tagesverlauf verteilt. Für das Eisenwerk ist diese Kombination vorteilhaft, weil sie gut zum Lastprofil passt.

Durch einen hohen und kontinuierlichen Strombedarf kann das Unternehmen den erzeugten Strom direkt und vollständig nutzen. Technisch ist die Photovoltaikanlage zwar an das öffentliche Stromnetz angebunden, durch den hohen Eigenverbrauch am Standort ist jedoch keine Einspeisung ins Netz vorgesehen.

Die Anlage konnte direkt in die bestehende elektrische Infrastruktur integriert werden. Hierfür waren unter anderem die Installation der Wechselrichter und der notwendigen Schalt- und Schutztechnik sowie die Einbindung in die bestehende Mittelspannungsinfrastruktur erforderlich.

Da bereits jetzt der Strom vollständig direktverbraucht werden kann, wurde vorerst auf einen Batteriespeicher verzichtet. Bei möglichen weiteren Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur könnten Speicher jedoch eine Rolle spielen, so das Unternehmen.

„Mit unserer Photovoltaikanlage zeigen wir, dass auch energieintensive Industrie erneuerbare Energie direkt am eigenen Standort wirtschaftlich nutzen kann. Für uns ist das ein konkreter Schritt, um unsere Energieversorgung nachhaltiger aufzustellen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts langfristig zu stärken“, Jan Arens, Eisenwerk Brühl GmbH

Ein Zeichen für die Energiewende in der Industrie

Neben der verstärkten Nutzung von Erneuerbaren Energien verfolgt das Unternehmen weitere Schritte in Richtung nachhaltigerer Industrie: die Steigerung der Energieeffizienz sowie Rückgewinnung und Nutzung von Energie innerhalb der eigenen Prozesse. Dabei werden insbesondere die Nutzung von Abwärme und die weitere Optimierung der Energieinfrastruktur betrachtet.

Auch die Resonanz der Mitarbeitenden ist positiv, denn das Projekt macht die Themen Nachhaltigkeit und Energiewende unmittelbar am eigenen Arbeitsplatz sichtbar.

Anderen Industrieunternehmen, die ebenfalls eine Photovoltaikanlage mit einem hohen oder ausschließlichen Eigenverbrauch des produzierten Stroms planen, empfiehlt Jan Arens, Business Development Manager bei der Eisenwerk Brühl GmbH, eine sorgfältige Vorplanung. Durch eine genaue Analyse der eigenen Energieverbräuche und Lastprofile, kann die Anlage zielgerichtet am Bedarf ausgerichtet werden.

Mit der Einweihung der Photovoltaikanlage wird verdeutlicht, welchen wichtigen Beitrag Erneuerbare Energien für die zukunftsgerechte Transformation der Industrie leistet ­- und strahlt damit weit über das Rheinische Revier hinaus.

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