
Praxisbeispiel: Kommunale Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher in Hückelhoven
Sonnige Aussichten im Rheinischen Revier: die Stadt Hückelhoven im Kreis Heinsberg geht voran und nutzt die kommunalen Dächer für Photovoltaikanlagen. Ein hoher Eigenverbrauch wird durch Batteriespeicher möglich. Sie sind dabei eine der ersten Kommunen, die erfolgreich das Förderprogramm des Gigawattpakts nutzen.
Der Gigawattpakt wurde zwischen den Kommunen des Rheinischen Reviers im Jahr 2022 geschlossen mit dem Ziel, bis 2028 die erneuerbaren Erzeugungsanlagen auf fünf GW Leistung zu verdoppeln. Die Stadt Hückelhoven trägt dazu nun mit ihren eigenen Liegenschaften einen wichtigen Teil bei.
Schnelle Amortisationszeiten
Den Anfang machen drei Schulgebäude und eine Turnhalle, deren Photovoltaikanlagen gefördert werden. Mithilfe von Batteriespeichern erreichen die unterschiedlich großen PV-Anlagen (von 7,7 bis 99 kWp) hohe Eigenverbrauchsquoten, die deutlich über 80% liegen.
Für die Erreichung einer hohen Eigenverbrauchsquote (mindestens 80% sind Förderbedingung) war eine gründliche Vorplanung unter Berücksichtigung der Lastprofile notwendig.
Auch ohne Förderung wären die PV-Anlagen wirtschaftlich sinnvoll. Durch die Förderung amortisieren sich die Anlagen schon innerhalb weniger Monate.
Jährlich sparen allein die drei PV-Anlagen auf den Schuldächern mit Batteriespeichern ca. 50.000 Euro Stromkosten ein.
| Gebäude | PV-Anlage | Speicher | Eigenverbrauch |
|---|---|---|---|
| Gesamtschule Ratheim | 99 kWp | 56 kWh | 90 % |
| Hauptschule In der Schlee | 99 kWp | 89 kWh | 89 % |
| Gemeinschaftsgrundschule Im Weidegrund | 14,2 kWp | 25 kWh | 92 % |
| Turnhalle Am Parkhof | 7,7 kWp | 14 kWh | 84 % |
„Die Stadt Hückelhoven zeigt erfolgreich, dass städtische Dächer nicht nur zum Klimaschutz und zur Energiewende beitragen können – sie können auch langfristig Energiekosten im Kommunalhaushalt einsparen.“
Niklas Hausemann, Referent Photovoltaik
Städtische Dächer für Solarstrom nutzen
Bereits 2022 untersuchte die Stadt alle Dächer der in den letzten 30 Jahre errichteten Gebäude auf ihre PV-Eignung.
Unterstützt wurde die Stadt Hückelhoven durch ein Planungsbüro, das die Vorplanung übernahm und die Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibungen vorbereitete.
Diese Unterstützungsleistungen sind ebenfalls förderfähig im Rahmen des Gigawattpakts. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, fand die Installation der Anlagen in den Ferien statt.
Positiv wird auch die neue Möglichkeit des Energiemonitorings durch integrierte Funktionen der Wechselrichter bewertet.

„Durch die neuen Systeme lässt sich der elektrische Stromfluss ständig überwachen. Anhand dieser Daten können wir weitere Verbesserungsmaßnahmen aufspüren.“
Alexander Kurth, Klimaschutzmanager der Stadt Hückelhoven
Weitere PV-Anlagen sind bereits in Planung. So soll unter anderem ein Dorfgemeinschaftshaus einen größeren Batteriespeicher erhalten, um die Strombereitstellung in Nutzungszeiten in den Abendstunden zu ermöglichen.
Durch die Installation der neuen PV-Anlagen möchte die Stadt Hückelhoven als Vorbild vorangehen und auch die eigenen Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, die eigenen Dächer zu nutzen und in die lokale Energiewende zu investieren.
Kostenfreie und bedarfsorientierte Leistung für Ihre Kommune
Kommunen im Rheinischen Revier können das kostenfreie Angebot von Beratungen über Veranstaltungen nutzen, um ihre kommunalen Projekte im Bereich erneuerbare Energien erfolgreich voranzutreiben.



